Grundschule an der Kleinen Elz Kenzingen feiert Namensgebung und 120 Jahre Schulhaus.

KENZINGEN. Mit Musik, Gesang und einem Gedicht startete am Samstagvormittag das Schulfest der Grundschule Kenzingen. Gefeiert wurden 120 Jahre Schulhaus, die Anlage des neuen Schulhofs und die Namensgebung. In der bestens besetzten Alten Halle wurde das neue Logo der Grundschule an der Kleinen Elz Kenzingen enthüllt. (Badische Zeitung vom 20.11.2018)

 

Die Bläserklasse spielte zum Auftakt der Feierstunde. Sie marschierte mit "Hänschen klein" ein, ein Kinderlied, das noch gut 40 Jahre älter ist als das Schulhaus.

Schulleiterin Birgit Beck machte in ihrer Ansprache einen kleinen Ausflug in die stattliche Geschichte des Schulgebäudes. Es wurde am 3. November 1898 mit einem Festakt eröffnet. Damals gab es Glockengeläut und Kanonendonner fürs neue Gebäude. Mehr als 120 Gäste trafen sich zum Festessen und es wurden 20 Reden gehalten und 17 Glückwunschadressen laut.

Ganz so förmlich ging es am 120. Geburtstag nicht zu. Die Bläserklasse spielte "Happy birthday", die Speisen waren bodenständig oder zeitgemäß vegetarisch. Die Reden beschränkten sich auf die Ansprache der Schulleiterin und ein Grußwort von Bürgermeister Matthias Guderjan als Schulträger.

Beck gab ihrer Freude Ausdruck, in einem alten Gebäude unterrichten zu können, das dank der Stadt als Schulträger modern ausgestattet sei. Sie freue sich auch auf den neuen Schulhof: "Er wird für uns ein Gewinn", sagte sie.

"Wir hatten fest darauf gehofft, dass wir mit dem Schulhof weiter sind", sagte der Bürgermeister. Er bat um Nachsicht: "Mehr als eine Million Euro müssen erst einmal verbaut sein.". Auch Guderjan ging auf die wechselvolle Geschichte des Schulhauses ein. Es war Volksschule, Realschule, Progymnasium, Grund- und Hauptschule, kurze Zeit Werkrealschule, und ist jetzt Grundschule.

"120 Jahre musste die Schule ohne Namen auskommen", leitete Guderjan zum nächsten Höhepunkt der Feierstunde über. "Herzlichen Glückwunsch zum neuen Namen", sagte der Bürgermeister. Er enthüllte gemeinsam mit der Schulleiterin den neuen Namenszug für die Grundschule an der Kleinen Elz Kenzingen. Der Schulchor sang "Bitte hört nicht auf zu träumen". Die Feierstunde endete mit Dankesworten der Schulleiterin an alle Helfer, dann ging das Fest erst richtig los. Die Klassenzimmer waren zu Café und Ausstellungsräumen geworden. Es gab Schule und Spiele "von früher" zu sehen, aber auch digitale Bildergeschichten, einen Fitness-Parcours und viele Ideen für "Meine Traumschule".

KENZINGEN. Seit zwölf Jahren gibt es den Inge-Auerbacher-Tag an der Grundschule Kenzingen, mit dem an die Reichspogromnacht und die Judenverfolgung fest erinnert wird. Zum vierten Mal war die Namensgeberin, die Zeitzeugin Inge Auerbacher, vor Ort. Am Donnerstag berichtete sie Schülern der dritten und vierten Klassen in der alten Halle von ihren Erlebnissen. (Badische Zeitung v. 16.11.2018)

Inge Auerbacher bei ihrem Besuch in Kenzingen Foto: Ilona Hüge

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich auf den Besuch gut vorbereitet. Sie hatten Lieder und Tänze eingeübt und trugen Zitate zum Thema Frieden vor. Vor allem aber hatten sie die Geschichte aus dem Buch "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher kennengelernt und empfingen die Autorin mit Beifall. Inge Auerbacher kam mit einer Botschaft, die bei ihren Besuchen überall auf der Welt stets die gleiche ist. "Schätzt jeden Menschen", sagte sie, "egal welche Hautfarbe und welche Religion er hat." Ihr Tipp: "Man muss von anderen lernen, dann fürchtet man sie nicht." Inge Auerbacher ist fast 84 Jahre alt, lebt seit 70 Jahren im New Yorker Stadtteil Queens, Wand an Wand mit Moslems, Hindus und Christen und ist mit allen gut nachbarschaftlich befreundet.

In ihrer Familie wurde auch in den USA immer Deutsch gesprochen. Das erleichtert die Verständigung und macht aus Inge Auerbacher eine Zeitzeugin, die spontan einfach mal erzählt, wie es damals war. Sie wurde in Kippenheim geboren, und war vier Jahre alt, als nach der Reichspogromnacht im Jahr 1938 ihr Großvater und ihr Vater verhaftet wurden, nur weil sie Juden waren. "Alle Fenster im Haus waren eingeschlagen", erzählt sie, "und wir mussten den Schaden bezahlen."

Inge Auerbacher kam mit sechs Jahren in die Schule: Sie musste den Judenstern tragen, und jeden Tag so gebrandmarkt allein mit dem Zug von Göppingen nach Stuttgart in die jüdische Schule fahren. Ein halbes Jahr dauerte ihr erstes Schuljahr, dann schloss die Schule. Vom siebten bis zum zehnten Lebensjahr war Inge Auerbacher mit Familienangehörigen im Lager. Ihr einziger Lichtblick: ihre Puppe. "Marlene", rufen die Kinder, die sich den Namen gemerkt haben. Heute ist "Marlene" übrigens im Holocaust-Museum in der Washington, der Hauptstadt der USA, zu Hause.

Großzügige Spenden der Badischen Beamtenbank, der Kenzinger Firmen B. Heß (Zimmerei) und Lachmann( Lüftungs-Klimatechnik) sowie dem Förderverein der Grundschule Kenzingen

Durch großzügige Spenden der BBB von 2000€, sowie 700€ der Fa. Björn Heß (Zimmerei) und 500€ der Fa. Lachmann ( Lüftungs- und Klimatechnik), sowie rund 2000€ gesponsert durch den Förderverein der Grundschule Kenzingen, kann die Grundschule nun eine kleine Schülerbücherei, ausgestattet mit Regalen und Sitzmöbeln, ihren rund 300 Schülern zur Verfügung stellen. In Kooperation mit der Buchhandlung Bücherwurm wurden in der Vergangenheit 600 Bücher aus den sogenannten Lesekoffern kostengünstig übernommen und liefern den Grundstock für die Bücherei. Des Weiteren stehen den Kindern rund 40 Sätze verschiedener Klassenlektüren zur Verfügung. Direkt neben der Schülerbücherei befindet sich der Computerraum, ausgestattet mit 16 PC- Einheiten- so kann Medienunterricht gesplittet angeboten werden. Das Arbeiten am PC , z.B. mit dem Leseprogramm „Antolin“ kann parallel zum Arbeiten mit dem Buch stattfinden. Der Zugang aller Schüler zu Büchern ,aber besonders die Freude am Lesen zu wecken, sind das Hauptanliegen der Schule. Zukünftig erhalten alle Klassen feste Zeiten, in denen sie die Medienräume nutzen können.

Die Schulgemeinschaft bedankt sich herzlich bei allen, die dafür gesorgt haben, dass aus einem unrenovierten alten Klassenzimmer ein schönes, helles und ansprechendes Lesezimmer geworden ist:

  • der Stadt Kenzingen für den neuen Bodenbelag
  • dem Hausmeister Herrn Herr für das Anstreichen des Raumes
  • der Fa. Björn Heß für die Holzarbeiten und die großzügige Spende
  • dem Kollegium und den Schülern für den Büchertransport und die Ausgestaltung des Raumes
  • der Buchhandlung Bücherwurm für den jahrelangen guten Austausch rund um das Buch und die Grundstocklegung der Bücherei

Die kleine Einweihungsfeier wurde begleitet durch den Schulchor unter der Leitung von Bernhard Haßler-Lotzwi mit den Stücken „Heute hier, morgen dort“ und „Yellow Submarine“.

Birgit Beck, Schulleitung

Der Tag der offenen Tür mit Vernissage der Kunst-AG lockte zahlreiche Gäste an Kenzingen.

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Das gesamte Schulhaus präsentierte sich am Freitagnachmittag mit einer großen Vernissage der Kunst-AG zum Tag der offenen Tür. Die Öffentlichkeit war eingeladen, das sanierte, historische Gebäude und die Arbeit der Schule kennenzulernen. Musikalisch zur Begrüßung eingestimmt wurden die Gäste mit dem Schullied des Schulchors unter Leitung von Bernhard Haßler-Lotzwi. Schulleiterin Birgit Beck konnte zahlreiche interessierte Gäste in der alten Turnhalle begrüßen. Mit viel Arbeit in der Vorbereitung für diesen Tag wurden Räume gestaltet, um anschaulich zu machen, wie hier gelernt wird und welche Themen die Schule hat - Dokumentationen über außerschulische Aktivitäten, Arbeiten im Computerraum sowie die Vorstellung des Gesundheitsprojekts. Viele Räume wurden geöffnet, um Einblicke zu gewinnen, zum Beispiel Lesezimmer, Experimentier- oder das neu gestaltete Französischzimmer.

Sehr große Bereicherung
Einen besonderen Auftritt hatte die seit drei Jahren bestehende Kunst-AG unter Leitung von Ingrid Kochenburger-Hosp. Rektorin Birgit Beck bedankte sich bei ihr für die enorme Arbeit, ihre  Fachwissen und Kreativität, die sie in den letzten drei Jahren an die Kinder weitergegeben habe. Die Kunst-AG sei eine sehr große Bereicherung für die Schule und ermögliche den Kindern, mit professioneller Begleitung in die Welt der Kunst einzutauchen. Sie forderte alle Gäste auf, mit offenen Augen durch das Schulhaus zu gehen, um unendlich viele originelle, farbenfrohe Werke der kleinen Künstler zu bestaunen. Bei der Ausführung der Arbeiten stand die eigene Kreativität und Fantasie der Kinder stets im Mittelpunkt, die Vorgabe des Künstlers, wie zum Beispiel Hundertwasser, diente lediglich als wichtiger Impuls. Bewirtet wurden die Gäste mit Kaffee, Kuchen und frisch gebackenen Waffeln durch den Förderverein der Schule. Musikalische Unterhaltung gab es noch einmal mit dem Schulchor und der seit drei Jahren bestehenden Bläsergruppe, geleitet von Sybille Schlenker und Franz Schindler, die gleich mehrere Stücke zum Besten gaben und mit viel Beifall belohnt wurden. Die Besucher der Ausstellung zeigten sich alle sehr angetan und waren voller Bewunderung für die Kunstwerke der Schüler. Petra Hensle

 

In Kenzingen gingen die Grundschule und die Stadtkapelle eine Kooperation ein (Breisgauer Wochenbericht vom 28.12.2016)

In Kenzingen gingen die Kenzingen. Immer häufiger liegt in Klassenzimmern Blasmusik in der Luft. Auch die Grundschule nutzt ein Angebot der Stadtkapelle als Kooperationspartner für eine Bläserklasse. Bei der Weihnachtsfeier wurde im Beisein des Präsidenten des Oberbadischen Blasmusikverbands, Harald Bobeth, ein entsprechender Kontrakt unterschrieben.

Birgit Beck und Bernd Rein unterzeichnetenden Kooperationsvertrag.


Der Rahmen hätte nicht besser gewählt werden können. Die Grundschüler versammelten sich alle in der alten Turn- und Festhalle, um sich am letzten Schultag des Jahres bei einem kleinen Fest in die Weihnachtsferien zu verabschieden. Ein essenzieller Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen ist die Musik. Für Kinder bleibt heutzutage neben der schulischen Bildung kaum noch Zeit für ein Hobby. Unterrichtsstoff muss bewältigt werden und anfallende Klassenarbeiten bedürfen eines hohen Zeitaufwands hinsichtlich der Lernvorbereitung. Grundschüler sollen aber die Chance wahrnehmen können, Musik als Lebenszeitgestaltung wahrzunehmen und auszufüllen. Die Stadtkapelle hat sich dieses Ansinnen zu eigen gemacht, dass ein musikalisches Hobby erlernt werden kann, ohne zusätzlichen Stress.

Mit Brief und Siegel zertifiziert
Die Bläserklasse war geboren und wird seit mehr als einem Jahr praktiziert – jetzt mit Brief und Siegel zertifiziert. Eine Win-win-Situation, so sehen es Grundschulrektorin Birgit Beck und Bernd Rein, Vorsitzender der Stadtkapelle. Der Organisationsaufwand mit Instrumenten und Notenbeschaffung wäre für den Schulkörper immens. Der Brückenschlag mit der Kapelle ist effizient, freilich mit Eigennutz für die Nachwuchsförderung des Vereins, der bei entsprechendem Interesse und Neigung seinen Nachwuchs gezielt  stärken kann, wie Rein ausführte. Ein paar Modalitäten sind von nöten. Grundsätzlich kann jedes Kind in der Bläsergruppe aufgenommen werden. Vorkenntnisse sind keine nötig. Eine Stunde Orchesterunterricht in der Woche steht für die Freiwilligen auf dem Stundenplan. Das Lieblingsinstrument kann ausgeliehen werden. Der Unterricht wird von den Musikpädagogen Sybille Schlenker und Franz Schindler zeitgleich erteilt. Die Dritt- und Viertklässler werden getrennt ausgebildet. Dann entscheidet jeder, ob er seine „Karriere“ bei der Stadtkapelle im Jugendblasorchester fortsetzen will oder nicht.

Hobby steht auf dem Stundenplan
Das Projekt gefällt. Die Anmel- dungen sind vielversprechend. Die Verbindung von Hobby und Schule ist eine Spaß bereitende Freizeitbeschäftigung, gleichzeitig wird die Tätigkeit aber in den Unterricht ein gebunden. 12,50 Euro pro Schüler sind im Monat für diesen musikalischen Service zu entrichten. Nach der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags zeigten sich alle Vertragspartner zufrieden. Es sei wichtig, dass Schule und Verein enger zusammenrücken. Damit werden Zeiträume ermöglicht, um sich einem Hobby zu widmen, so Blasmusikverbands-Präsident Harald Bobeth. Birgit Beck dankte den Verantwortlichen der Stadtkapelle für ihre bisherige und zukünftige Arbeit im musischen Bereich. Bernd Rein ermutigte die Eltern, jetzt den ersten Schritt für ihre Zöglinge einzuleiten und zitierte abschließend den Deutschen Musikrat, der von Mehrwert an musikalischer Bildung“ sprach. Werner Schnabl
 

 

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