(Badische Zeitung vom 24.07.2015)

Kenzinger Grundschule richtet eine Bläserklasse ein.

Groß war das Interesse bei der Einteilung durch Franz Schindler. Fast jeder der angehenden Drittklässler fand sein Wunschinstrument. Foto: Schnabl

      KENZINGEN (wes). Die Kenzinger Grundschule richtet ab dem kommenden Schuljahr eine Bläserklasse ein. Rektorin Birgit Beck freute sich, dass die Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle Früchte trage und das Interesse bei den zukünftigen Drittklässlern sehr groß sei.

Ziel ist es, die Kinder an die Musik heranzuführen und ihnen früh das Erlernen eines Blasinstrumentes zu ermöglichen. Im gemeinsamen Spiel werde das Sozialverhalten positiv beeinflusst, Rücksichtnahme, Stärkung des Selbstwertgefühls und Freude am erfolgreichen Auftritt seien gewünschte Nebenwirkungen, wurde erläutert. Forschungsergebnisse zeigten, dass das Spielen eines Instruments einen positiven Einfluss auf die Intelligenzentwicklung des Kindes habe.

Der Grundstein wurde bereits vor Wochen gelegt. Bei einem Infoabend wurden die Eltern mit dem neuen Angebot vertraut gemacht. Beim zweiten Treffen fand die Instrumentenerprobung mit den fachlichen Ausbildern der Stadtkapelle statt. Franz Schindler, Dirigent der Jugendkapelle, hat bei der Besetzung des Schülerensembles seine erfahrenen Mädels und Jungs vorspielen lassen. "So klingt das, nach einigen Monaten", animierte er die Zöglinge, die im Publikum saßen.

Poppig ging‘s los mit den Beach Boys und "I get around", zackig die Fortsetzung mit "Universal Band Collection" und rockig das Finale mit einem Elvis Presley-Medley. Dem Publikum hat’s gefallen, vor allem wie Franz Schindler mit seinen Schützlingen umgeht: Auf sehr einfühlsame Art hat er jedem die nötige Zuwendung gewidmet. Er verlangt harmonisches Zusammenspiel, aber nicht um jeden Preis. Spaß stehe ganz weit oben, die Qualität steige mit dem regelmäßigen Üben. Seine vielen Tipps reicht er gerne weiter an die Grundschüler, die demnächst ihre ersten blasmusikalischen Versuche unternehmen. Unterstützt wird er von Sybille Schlenker, Michael Czakalla und Lena Blum.

Gut ein Drittel der 70 Grundschüler in den zweiten Klassen signalisierten Bereitschaft für ein Instrument. Für sie beginnt im September der Unterricht, im Stundenplan steht dann einmal wöchentlich Blasmusik statt des sonst üblichen Musikunterrichtes. Die Kosten sind überschaubar. Es fällt eine Leihgebühr für das Instrument an. Flexibel zeigten sich die "Neuen" bei der Einteilung. So mancher hat das beabsichtigte Holz- in ein Blechblasinstrument getauscht. Beliebt war vor allem die Klarinette.