Die Kenzinger Grundschule präsentierte sich beim Schulfest mit einer Weltreise multikulturell.

KENZINGEN (BZ vom 14.06.2016). "Bunt wie ein Regenbogen" lautete das Motto der Grundschule Kenzingen für das Sommerfest. In der vollbesetzten alten Turn- und Festhalle führte die Theater-AG zusammen mit mehreren Klassen das Stück "Weltreise" auf. Spielerisch wurden Situationen von Zu- und Auswanderern in allen Herren Länder vergegenwärtigt.
Es begann mit einem Paukenschlag. Die Bläserklasse unter der Leitung von Sybille Schlenker oblag der tönende Prolog. 23 Kinder der dritten Klassen übten erst seit acht Monaten in Kooperation mit der Stadtkapelle. Mit dem bei einem Wertungsspiel errungen Prädikat "sehr gut" war es der erste große Auftritt vor so viel Publikum. Eine besondere Gabe wurde Bernhard Haßler-Lotzwi nachgesagt, der Kindern auch leise Töne und das in verschiedenen Sprachen beibringen kann, so Birgit Beck in ihrer Begrüßung. Der Schulchor sang zwei Stücke: "Der Freund" und "Dust in the wind".

Die Schulleiterin freute sich über die Vielzahl an Gästen. Es zeige deutlich, dass die Arbeit mit den Kindern wertgeschätzt werde. Bunt wie ein Regenbogen ist auch die Schulgemeinschaft. Kinder aus über 20 Ländern, von Palästina bis Vietnam, werden hier unterrichtet. Mehrere Arbeitsgemeinschaften stellten verschiedene Projekte vor. Ein Geschicklichkeitsparcours musste auf dem Schulhof gemeistert werden. Die zweiten Klassen bemalten Zaunlatten und begaben sich auf Schatzsuche. Der Vorhang für das Socken-Puppentheater ging gleich zweimal auf. Vorgestellt wurden auch alte Handwerksarbeiten wie Weben und Filzen. Akrobatik mit menschlichem Pyramidenaufbau bot die Klasse 3c. Laut ging’s bei der Zaubershow zu, ein Stockwerk höher im "Raum der Stille" das Kontrastprogramm.

"Ein Schulfest dieser Größenordnung ist keine Selbstverständlichkeit", lobte Bürgermeister Matthias Guderjan. Der Umzug vom heutigen Kinderhaus in die Räume der früheren Werkrealschule ging ohne größere Probleme vonstatten. Noch in diesem Jahr werden neue Fenster eingesetzt, versprach der Rathauschef.

Dann stach die "Theater Doria" mit wertvoller Fracht in See. Einmal stürmisch, dann wieder in ruhigeren Gewässern legte das Luxusschiff in Amerika an. Hier sollen nach dem Ersten Weltkrieg 90 000 Badenser eine Bleibe gefunden haben, klärte die Besatzung auf. Afrika und die Antarktis waren die nächsten Ziele. Bei jedem Landgang klärte eine Grundschulklasse über geographische Besonderheiten und den dort lebenden Menschen auf. Natürlich durfte in China der Feuerdrache nicht fehlen. Nach Russland, mit seiner unendlichen Weite, klang "In 30 Minuten um die Welt" auf der iberischen Halbinsel aus. Spaniens eitler Sonnenschein, vermengt mit dem drohenden Regen über Kenzingen ergaben ideale Voraussetzungen für einen Regenbogen. Doch das Wetter hielt, Elternbeirat und Förderverein waren mit dem getätigten Umsatz hoch zufrieden.